RyanAir übertrug im Januar 2020 seine Flüge in Deutschland von der Ryanair DAC Ireland auf die Malta Air Limited. RyanAir nutzt seitdem die Lackierung von Malta Air hauptsächlich, um Kosten zu senken. Mit Malta Air möchte RyanAir rechtliche wie auch steuerliche Vorteile erzielen, während die Flüge weiterhin unter dem Namen Ryanair verkauft werden. Die Verlagerung von Standorten und Verträgen zwischen Tochtergesellschaften schwächen den Einfluss der Gewerkschaften. Daher kämpft derzeit die Pilotengewerkschaft um Rechte und Entlohnung der Piloten, während die Gewerkschaft Verdi bereits bestehende Verträge nutzen kann. Dennis Dacke, verdi-Bundesfachgruppenleiter Luftverkehr und Maritime Wirtschaft, versicherte: Als RyanAir im Januar 2020 seine Flüge in Deutschland von der Ryanair DAC Ireland auf die Malta Air Limited übertrug, hatte die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft bereits geltende Tarifverträge, die in die neue Gesellschaft überführt wurden. Für das Kabinenpersonal hat sich an den Tarifbedingungen durch den Wechsel zu Malta Air als durchführender Fluggesellschaft nichts geändert.
Aus Sicht von Verdi ist allerdings die wachsende Bedeutung von Malta als Standort für Luftverkehrsbetreiber ein Problem: Einerseits bietet Malta den Airlines erleichterten Zugang zum europäischen Binnenmarkt sowie attraktive Rahmenbedingungen für Leasing-Modelle. Immer mehr Fluggesellschaften lassen sich unter maltesischer Flagge registrieren. Die maltesischen Luftfahrtbehörden führen inzwischen die Aufsicht über mehr als 1.000 Luftfahrzeuge mit mehr als
16 Tonnen. Diese Aufgabe wird von weniger als zehn Beschäftigten wahrgenommen. In Deutschland sorgen rund 800 Beschäftigte für die Sicherheit des Luftverkehrs – für die Hälfte an Fluggerät.
Diese extreme Situation in Malta wirft ernsthafte Fragen hinsichtlich der effektiven Kontroll- und Durchsetzungsfähigkeit der zuständigen Behörden auf.
